Gelehrtenschule Kiel I Wettbewerb, Neubau einer Mensa

Feldstraße 19, 24105 Kiel

Anonymer einstufiger hochbaulicher Realisierungswettbewerb nach RPW 2013
5 eingeladene Architekturbüros
Ausloberin: Landeshauptstadt Kiel.

Teilnahme mit: www.asmussen-partner.de/
Bearbeitung: 2021

Visualisierung

Bestand, vorher

 

Die Gelehrtenschule aus den 50er Jahren hat mit ihren ausgewogenen Proportionen, der in Würde gealterten schönen Materialität, eine feine und noble Wirkung. Die Hofanlage, ursprünglich von einem Laubengang süd-westlich gefasst, wurde durch zwei Erweiterungen beeinträchtigt. Das Laubengangmotiv ist derzeit aber noch deutlich lesbar. Funktionell bietet die Laube immer noch eine „trockene“ Verbindung zwischen allen Gebäudetrakten und lädt auch zum Verweilen ein.

Das Erhalten der Laube ist der Leitgedanke unseres Entwurfs. Das unter Denkmalschutz stehende Ensemble soll aus unserer Sicht in seiner Wirkung im Vordergrund stehen. Die geplante Erweiterung soll sich unterordnen und der feinen 50er Jahre Noblesse mit einer Leichtigkeit begegnen. Diese Grundideen führten uns dazu, die Laube zu erhalten und unter dem Dach die Funktionsräume zu planen. Die Mensa wird dann mit einer luftigen gläsernen Hülle in respektvollem Abstand über diesen Laubenbereich drüber gesetzt. Somit bleiben Süd-und Westflügel über den Laubengang verbunden. Stützen und Dach bleiben sichtbar und bilden weiterhin das räumlich verbindende Element. Die leichte, gläserne Hülle umschließt nun den Laubengang und die neue Mensa kann als geschützte Hofplatzerweiterung gesehen werden.

Die Leichtigkeit der Ensembleerweiterung soll auch durch die Materialwahl zum Ausdruck kommen. Im Gegensatz zur Mauerwerksarchitektur des Denkmals wählen wir eine zeitgenössische, nachhaltige Holzkonstuktion, die die vorgesetzte Glasfassade mit ihrer streng und symmetrisch anmutenden Profilgliederungen stützt und das Flachdach aus Massivholzbautafeln trägt. Mit ihrer Modernität verbindet sie Alt und Neu.

Der Innenraum lebt durch das Erkennen der alten Laube, die innen und außen verbindet. Die Transparenz der gläsernen Hülle bildet einen offenen, luftigen Raum mit viel Licht und einer selbstverständlichen Verbindung zum Hof.